GroundCare

Parametrisierung und Quantifizierung von Grundwasser-Ökosystemdienstleistungen als Grundlage für eine nachhaltige Bewirtschaftung

GroundCare
GroundCare

Neue Messverfahren und Bioindikatoren für das Grundwasser

Grundwasser ist die wichtigste Ressource für das Trink­wasser. Stoffeinträge, Extremwetterereignisse, Unfälle und Nutzungsänderungen gefährden vielerorts jedoch die Qualität des Grundwassers. Derzeit fehlen standar­disierte Indikatoren und Verfahren zur Bewertung der ökologischen Funktionsfähigkeit und Stresstoleranz von Grundwasserökosystemen. Hauptanliegen des Verbund­projekts GroundCare ist deshalb die Funktionsfähigkeit von Grundwasserökosystemen zu evaluieren und ökolo­gische Grundwasserkenngrößen, die sich als Indikatoren eignen, zu identifizieren. Solche Indikatoren sind drin­gend nötig, damit die zuständigen Behörden das Ökosys­tem Grundwasser an seinem jeweiligen Standort optimal und kosteneffizient bewirtschaften und schützen können. Weitere Herausforderungen sind die Entwicklung und Standardisierung von Probenahme- und Analysemetho­den sowie eines ökotoxikologischen Online-Monitorings, das in der wasserwirtschaftlichen Praxis angewendet werden kann. Dafür untersuchen die Verbundprojektpart­ner den Zustand von nicht-kontaminierten und unbelas­teten Grundwasserökosystemen. Der Fokus liegt dabei auf der funktionellen Diversität von mikrobiellen und faunistischen Lebensgemeinschaften und den durch das Ökosystem Grundwasser erbrachten Ökosystemdienst­leistungen. Da in GroundCare in besonderem Maße der Nutzen der Ökosysteme für den Menschen im Mittelpunkt steht, wird hier bewusst der Begriff Ökosystemdienst­leistung anstelle von Ökosystemleistungen verwendet.

Ziele

Ziel des Verbundprojekts ist es, praxisorientiert biolo­gisch-ökologische Kriterien und Methoden für das Mo­nitoring im Grundwasser zu entwickeln, zu testen und diese zu standardisieren. Anschließend werden den Um­weltbehörden und der wasserwirtschaftlichen Praxis zur Verfügung gestellt. Schwerpunkte von GroundCare sind:

  • Entwicklung, Validierung und Standardisierung innovativer Methoden für eine ökologische Zustandsbeschreibung von Grundwasser
  • Standardisierung von Probenahmeprotokollen und Implementierung von Bewertungskriterien für mikrobiologische, molekulare und faunistische Grundwasseruntersuchungen
  • Evaluierung von Ökosystemdienstleistungen unter Berücksichtigung von Extremwetterereignissen
  • Entwicklung eines Online-Verfahrens zur ökotoxikologischen Stoffbewertung im Grundwasser
  • Erstellung eines Leitfadens für praxisorientierte Anwendungen ökologischer Bewertungssysteme für Grundwasser
Grundwasserassel_Foto-Günter Teichmann

Höhlenwasserassel (Prosaellus cavaticus)

Modellregionen

  • Raum Augsburg, Wasserwerk Lechaue
  • Raum Berlin, Wasserwerk der Berliner Wasserbetriebe
  • Nördliches Ruhrgebiet und westliches Münsterland, Halterner Sande
  • Würzburg, Wasserwerk Mergentheimer Straße
  • Hannover und Umgebung, Fuhrberger Feld
  • Dresden, Altlastenstandort Coschütz/Gittersee
  • Stürmlinger Sandgrube bei Karlsruhe, Deponie und Altlastenstandort

 

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