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18.10.2018

Forschung für intakte Seeufer: HyMoBioStrategie präsentiert Ergebnisse

Strand gut, alles gut? Am 17. Oktober stellte das ReWaM-Verbundprojekt HyMoBioStrategie die Ergebnissse der knapp dreieinhalbjährigen Forschungstätigkeit vor. Ziel des Projekts war es, mit einem interdisziplinären Ansatz die komplexen Prozesszusammenhänge zwischen einer veränderten Uferstruktur von Seen und den Auswirkungen auf die Unterwasservegetation, auf in der Flachwasserzone lebende Tiere und den Feststofftransport zu untersuchen sowie Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Der Einladung des Projektkonsortiums folgten mehr als 60 VertreterInnen aus Wissenschaft, Politik und wasserwirtschaftlicher Praxis. Veranstaltungsort war das Kloster Hegne am Bodensee.

Abschluss HyMoBioStrategie_Plenum

Die Abschlussveranstaltung fand im Saal Pirmin des Klosters Hegne statt.

Innovationen und Empfehlungen für die Praxis

Nach einem Grußwort durch den Ministerialdirektor Helmfried Meinel, folgte eine Keynote zum Thema Seeufer und Revitalisierung in der Schweiz. Im Anschluss stellte der Projektleiter, Dr. Hilmar Hofmann, Hintergrund und Ziele von HyMoBioStrategie vor. In den Fachvorträgen wurden unter anderem ein entwickeltes Prognose-Tools für die Planung zukünftiger Maßnahmen in der Uferzone präsentiert, ebenso wie ein autonomes, universell einsetzbares Messsystems mit dem Namen „Hydrocrawler“. Im Rahmen der Veranstaltung wurde ein Fact sheet mit Details zum HydroCrawler veröffentlicht. Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz lag auf neuen Methoden zur Charakterisierung und Quantifizierung des Feststofftransportes in der Flachwasserzone von Seen. Außerdem stellten die ProjektvertreterInnen die Weiterentwicklung von Monitoringstandards zum Schutz von Unterwasserdenkmälern (UNESCO) und verbesserte Beurteilungsverfahren anhand der beiden biotischen Indikatoren Makrophyten und Makrozoobenthos vor. Am Ende der eintägigen Veranstaltung diskutierten die Teilnehmer notwendige Schritte, um das erarbeitete Wissen in der Praxis anzuwenden sowie den weiteren Forschungsbedarf zum Schutz der Uferzonen in Seen.

Ein Abschlussbericht ist in Arbeit
In den kommenden Wochen soll ein 80-seitiger Abschlusbericht des Projekts mit konkreten Handlungsempfehlungen erscheinen. Neben Ankerverboten an bestimmten Standorten, beschreiben die WissenschaftlerInnen in dem Papier außerdem veränderte An- und Ablegemanöver von Schiffen und die Einrichtung weiterer Schutzzonen im Bodensee. Die digitale Fassung des Berichts wird dann sowohl auf der Projekthomepage sowie der ReWaM-Homepage zum Download zur Verfügung stehen.

Die Projektergebnisse sind von erheblicher Bedeutung für die Bewertung von hydromorphologischen Veränderungen an Seeufern im Sinne der EG-Wasserrahmenrichtlinie sowie für die Entwicklung uferbezogener Maßnahmen an größeren Seen. Ist der „Strand“ gut, ist damit zwar im Gewässer noch lange nicht alles gut. Aber die Lösungen aus HyMoBioStrategie haben das Potenzial einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der biozönotischen Struktur in Seen zu leisten.

Kernbotschaften aus HyMoBioStrategie:

  • Entwicklung eines Sedimenttransportmodells als Prognose-Tool für die Planung zukünftiger Maßnahmen in der Uferzone und deren Auswirkungen auf die Hydro- und Morphodynamik in der Flachwasserzone von Seen
  • Neue Methoden zur Charakterisierung und Quantifizierung des Feststofftransports in der Flachwasserzone von Seen sind etabliert und stehen zur Verfügung.
  • Entwicklung des universell einsetzbaren, autonomen Messsystems Hydrocrawler, z. B. zur hochauflösenden, flächendeckenden Vermessung der Seebodentopographie und Sedimentstratigraphie.
  • Verbesserung der Beurteilungsverfahren des ökologischen Zustands von Seenufern gemäß der WRRL anhand der beiden biotischen Indikatoren Makrophyten und Makrozoobenthos.
  • Weiterentwicklung der Qualitäts- und Monitoringstandards im Zuge von Seeuferrenaturierungen basierend auf dem Renaturierungsleitfaden der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB)
  • Handlungsempfehlungen zum nachhaltigen Management von Flachwasserzonen in Seen unter Berücksichtigung der vorhandenen intensiven Nutzungsansprüche und Nachhaltigkeitskonflikte

HyMoBioStrategie ist eines von 15 Verbundprojekten in der BMBF-Fördermaßnahme „Regionales Wasserressourcen-Management für den nachhaltigen Gewässerschutz in Deutschland“ (ReWaM). ReWaM ist Teil des BMBF-Förderschwerpunktes „Nachhaltiges Wassermanagement“ (NaWaM) im Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA3).

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09.10.2018

11. Rostocker Abwassertagung: KOGGE veröffentlicht Abschlussbericht

Das ReWaM-Projekt KOGGE „enternte“ die 11. Rostocker Abwassertagung, die in diesem Jahr zugleich die Abschlussveranstaltung des Forschungsprojekt war. Die Tagung fand am 26. September 2018 an der Universität Rostock statt. Schwerpunkt war die Vorstellung der entwickelten Methoden und Ergebnisse aus dem BMBF-Projekt. Das methodische Vorgehen wurde beispielhaft für die Hansestadt Rostock illustriert und lässt sich auf ähnliche Fragestellungen in anderen Regionen Deutschlands übertragen. In Verbindung mit den geplanten Umsetzungen auf stadtpolitischer, administrativer und fachtechnischer Ebene wurde sichtbar, dass eine integrale Gewässerentwicklungsplanung möglich und für die gesamte Stadtentwicklung wertvoll ist. Veranstaltet wurde die Tagung durch die Professur für Wasserwirtschaft der Universität Rostock.

Abschlussbericht ReWaM-Projekt KOGGEAuf der Konferenz veröffentlichte das Projektkonsortium auch den KOGGE-Abschlussbericht. Der Bericht ist unter folgendem Link online verfügbar. Eine gedruckte Version kann als Band 81 der Schriftenreihe Umweltingenieurwesen bezogen werden.

 

 

Kommunale Gewässer gemeinschaftlich entwickeln im urbanen Raum

In den vergangenen drei Jahren forschte in dem Projekt KOOGE ein breit aufgestelltes Konsortium umsetzungsorientiert daran, die ökologische Entwicklung dieser Gewässer mit dem Aspekt des Hochwasserschutzes sowie den vielfältigen Nutzungsansprüchen einer Stadtgesellschaft in Übereinstimmung zu bringen. Hierfür wurden eine Vielzahl neuer Methoden, wie ein web-basiertes Datenmanagement, eine modellbasierte Zustandsermittlung sowie eine praktikable ökologische Zustandsanalyse für Kleingewässer entwickelt und angewandt. Das erarbeite Gewässerentwicklungskonzept umfasst das gesamte Stadtgebiet und dokumentiert gewässerspezifisch für die Hansestadt Rostock die vorhandenen Defizite, Entwicklungspotentiale und Handlungsfelder zur Erreichung der Ziele der WRRL und des Hochwasserschutzes.

Quelle: MV1, Fernsehbeitrag zur 11. Rostocker Abwassertagung

Das Projekt KOGGE ist eines von 15 Verbundprojekten in der BMBF-Fördermaßnahme „Regionales Wasserressourcen-Management für den nachhaltigen Gewässerschutz in Deutschland“ (ReWaM). ReWaM ist Teil des BMBF-Förderschwerpunktes „Nachhaltiges Wassermanagement“ (NaWaM) im Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA3)

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25.09.2018

ReWaM auf der 17. Wasserwirtschaftlichen Jahrestagung des BDEW

Auf der 17. Wasserwirtschaftliche Jahrestagung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) standen in diesem Jahr unter anderem die Themen „Spurenstoffen auf der Spur“ und „Wege in die Wasserwirtschaft 4.0“ im Mittelpunkt. Zwei Themenfelder, die auch innerhalb des ReWaM-Konsortiums diskutiert und bearbeitet wurden. Die über 100 TeilnehmerInnen des Branchentreffens hatten am 24. und 25. September die Möglichkeit im Rahmen der Fachausstellung am ReWaM-Stand mit Vertretern einzelner Projekte ins Gespräch zu kommen und sich zu vernetzen. Neben allgemeinen Informationen zur BMBF-Fördermaßnahme präsentierten die Projekte SEEZEICHEN, GroundCare und CYAQUATA ausgewählte Ergebnisse der knapp dreieinhalbjährigen Forschungstätigkeit.

Weiterführende Informationen:

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14.09.2018

Drei ReWaM-Abschlussveranstaltungen auf der diesjährigen DGL-Jahrestagung

Die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Limnologie e.V. (DGL) stand in diesem Jahr im Zeichen von ReWaM. Die Projekte GroundCare, CYAQUATA und RESI präsentierten jeweils mit einer eigenen Session der versammelten Fachwelt die Erkenntnisse ihrer dreijährigen Forschungstätigkeit. Daneben zeigten auch die Projekte FLUSSHYGIENE, RiverView und SEEZEICHEN ausgewählte Ergebnisse. Insgesamt hielt das ReWaM-Kollektiv 18 Vorträge und stellte 11 Poster aus. Die 34. DGL-Jahrestagung fand vom 10. bis 14. September 2018 am Campus Kamp-Lintfort (Kreis Wesel) der Hochschule Niederrhein statt. Das Motto der fünftägigen Veranstaltung lautete „Limnologie am Niederrhein: Wissen, Wirtschaft, Wege und Wildnis“.

41499477_236968433637293_783356100115169280_nProjektabschluss GroundCare
Am zweiten Veranstaltugnstag startete die Session „Grundwasser, Quellen und andere grundwassergeprägte Lebensräume und ihre Ökosystemleistungen“ in der die wesentlichen Erkentnisse aus dem ReWaM-Projekt Groundcare diskutiert wurden. Die Projektvertreter berichteten unter anderem über öklogische Bewertungsverfahren von Grundwässern mit Hilfe faunistischer Bioindikatoren. Ein weiteres Thema war das im Projekt entwickelte B-A-E-Konzept: ein Ansaz zur mikrobiologisch-ökologischen Bewertung und Überwachung von Grundwasserökosystemen. Ein weiterer Vortrag zeigt im Projektkontext entwickelte molekularbiologische Methoden zum Nachweis der Denitrifikation im Grundwasser.

Projektabschluss CYAQUATA
Der Projektabschluss des Projekts CYAQUTA fand am dritten Veranstaltungstag mit der Session „Cyanobakterien in Standgewässern“ statt. Berichtet wurde über die Entwicklung und Erprobung von Methoden zum Monitoring von Cyanobakterien. In einem weiteren Vortrag wurde die Nutzung von satellitengestützen Messungen für die Bewertung der Wasserqualität von Talsperren vorgestellt. Vor der einstündigen Abschlussdiskussion lag der Schwerpunkt der Session auf Untersuchungen von Cyanobakterienentwicklungen in verschiedenen sächsischen Talsperren.

41704065_693184367707560_296894824131330048_nPraxiswokrshop und Projektabschluss RESI
Der Plenarvortrag der diesjährigen DGL-Tagung kreiste um die Themen Ökosystemleistungen, Gewässer und ökonomische Bewertung – also dem wissenschaftlichen Kern des ReWaM-Projekts RESI. Dies verdeutlicht die große Relevanz der RESI-Forschung für die hydrologische Fachwelt. Am vierten Veranstaltungstag startete mit der zweitägigen Session „Ökosystemleistungen von Gewässern“ der Abschluss des Projekts RESI. Das Projektkonsortium stellt beispielsweise den erarbeiteten RESI-Retentionsindikator zur Quantifizierung und Bewertung der Retention in Fluss-Aue-Ökosystemen vor. Natürlich wurde auch ausführlich über Hintergrund, Enwicklung und Anwendung des sogenannten River Ecosystem Service Index (RESI) berichtet. Der RESI ergänzt die derzeit verfügbaren, zustandsbasierten Bewertungsansätze durch eine funktionsorientierte Bewertung auf der Grundlage von Ökosystemleistungen. Dazu betrachtet der Index Flüsse und Auen in konsistenter Weise und nutzt einen integrativen Ansatz, der versorgende, regulative und kulturelle Ökosystemleistungen visualisiert. Damit wird eine sektorenübergreifende Betrachtung sowie einen transparenten Vergleich von Bewirtschaftungsoptionen möglich. Ausgewählte Ökosystemleistungen wurden im Projekt in Indikatorenblättern zusammengefasst. Diese waren ein Thema des am letzten Veranstaltungstag stattfindenen RESI-Workshops.

ReWaM ist Teil des BMBF-Förderschwerpunktes „Nachhaltiges Wassermanagement“ (NaWaM) im Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA3).

Weiterführende Informationen zur DGL-Jahrestagung:

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07.09.2018

StucK-Abschlusskonferenz: Entwässerung küstennaher urbaner Räume

In den Räumen der Behörde für Umwelt und Energie (BUE) in Hamburg präsentierte das ReWaM-Projekt StucK am 22. August 2018 die Ergebnisse der knapp dreijährigen Forschungstätigkeit. Der Einladung des Projektkonsortiums folgten 73 Teilnehmer und Teilnehmerinnen – darunter viele Behördenvertreter z. B. der Hamburger Bezirksämter (Untere Wasserbehörde) sowie der umliegenden Landkreise und Städte. Im Zentrum der Veranstaltung standen konkrete Handlungsempfehlungen für die wasserwirtschaftliche Praxis. Neben Vorträgen aus StucK stellten auch die ReWaM-Projekte KOGGE und In_StröHmunG ausgewählte Ergebnisse vor.

Heiko Westphal und Dieter Ackermann stellen Hintergrund und Ziele von StucK vor. Foto: LSBG Hamburg

Foto: LSBG Hamburg

Zu Beginn der Konferenz begrüßten Dr.-Ing. Stefan Klotz, Geschäftsführer des Landesbetriebes Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG), und die StucK-Projektleiterin Prof. Dr. Gabriele Gönnert die angereisten Teilnehmer. Nach einer allgemeinen Vorstellung des Forschungsprojekts stellten StucK-Projektpartner im ersten Vortragsblock zunächst die erzielten Fortschritte bei kurzfristigen Niederschlagsvorhersagen für Hochwasserwarnungen in städtischen Einzugsgebieten vor. Anschließend wurden die Entwicklung eines operationellen hydrologischen Vorhersagemodells für Hamburg, Methoden zur Abbildung gesteuerter und rückstaubeeinflusster Entwässerungen sowie unterschiedliche Maßnahmen des Hochwassermanagements und deren Wirkungen vorgestellt.

Im zweiten Vortragsblock berichtete das Projekt KOGGE über einen Ansatz kommunale Gewässer gemeinschaftlich zu entwickeln am Beispiel der Hansestadt Rostock. Im Anschluss daran stand ein im Projekt In_StröHmunG entwickeltes transdisziplinäres und regionales Hochwasserrisikomanagement im Mittelpunkt, das auch eine naturnahe Gewässerentwicklung berücksichtigt. Nach weiteren Vorträgen aus StucK, die zum einen die Vegetation und zum anderen den Boden in den Modellregionen sowie deren Ökosystemleistung vorstellten, formulierten die Projektbeteiligten Handlungsempfehlungen für die wasserwirtschaftliche Praxis. Wesentliche Botschaften aus StucK lauten:

  • Eine verbesserte Aufbereitung von Niederschlagsradarmessungen des DWD, sowie eine kurzfristige und kleinräumige Niederschlagsvorhersage kombiniert aus Radarnowcast und numerischen Wettermodellen des DWD (COSMO-DE-EPS) ermöglichen einen präziseren Betrieb des Warndienst Binnenhochwasser Hamburg. Zusätzlich werden diese Daten genutzt, um ein operationelles Niederschlags-Abfluss-Modells für urbane Regionen zu betreiben. Dessen Wasserstandsvorhersagen werden ebenfalls im Warndienst genutzt. Frühere Vorhersagen vergrößern die Handlungsspielräume/Reaktionszeiten im Hochwasserfall.
  • Ökologisches Hochwasserschutzkonzept für Hamburg: Ein Umbau der Hochwasserrückhaltebecken in Trockenbecken im Nebenschluss kombiniert mit einer gezielten Steuerung ermöglicht eine Optimierung des Hochwasserschutzes bei gleichzeitiger Ausnutzung des größtmöglichen ökologischen Potentials der Flächen und Schaffung ökologisch wertvoller Lebensräume.
  • Eine Schadensfunktion für die Modellregion Kollau wurde entwickelt. So wird die Evaluation verschiedener Szenarien im Hinblick auf eine potentielle Schadensvermeidung möglich. Außerdem eignen sich die Ergebnisse zur Kommunikation und Sensibilisierung der Bevölkerung (Bei einem hundertjährlichen Hochwasser (HQ100) in der Modellregion Kollau beträgt das Schadenspotential für das Zukunftsszenario 2035 rund 1,6 Mio. €).

Das Projekt StucK ist eines von 15 Verbundprojekten in der BMBF-Fördermaßnahme „Regionales Wasserressourcen-Management für den nachhaltigen Gewässerschutz in Deutschland“ (ReWaM). ReWaM ist Teil des BMBF-Förderschwerpunktes „Nachhaltiges Wassermanagement“ (NaWaM) im Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA3).

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